Qimaya – Semantic Web

creating a semantic web

Archiv für Januar 4th, 2009

Semantisches Web, gewollt und praktikabel?

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Da reden wir die ganze Zeit vom semantischen Web, aber ein paar Fragen stellen sich hierzu ebenso. Das semantische Web wird künftig alle Webanwendungen miteinander verknüpfen. Das heißt, dass verschiedene Anwendungen auf einer Website zusammenspielen und zum einen für mehr Information, zum anderen für Umsatz zwischen den Teilnehmern des semantischen Webs führen wird. Unterschiedliche Anwendungen oder Inhalte entsprechen somit Daten, die das semantische Web zusammenführt.

Der “richtige” Inhalt verknüpft mit der “richtigen” Anwendung schafft somit im semantischen Web eine neue Art der Wertschöpfung, ohne, dass der Nutzer sich einzelne Anwendungen und Inhalte erst selbstständig zusammensuchen muss.

Ein Beispiel:

Wer eine Reise plant, muss bei der Buchung von Bahn- und Flugtickets sowie bei der Hotelreservierung jeweils Datum, Zielort, Personenangaben und die Bankverbindung eingegeben. Diese Dienste gibt es heute schon, jedoch als einzelne Inseln. Im semantischen Web sind sie aus einem Guss. Das heißt, der Nutzer gibt künftig die gesamten Informationen nur einmal ein und bekommt vom Computer komplette Reisepakete zurück.

Die Inseln von Websites und ihre Anwendungen werden miteinander verknüpft und auf den teilnehmenden Webseiten in einem semantischen Mashup ausgeliefert. Das Mashup besteht aus o.g. verschiedenen “Daten” für dich sich somit ein Wert ermitteln lässt. Entfernt vergleichbar mit der Adword-Auktion von Google. Nur, dass diese “Daten” keine Werbung darstellen, sondern vielmehr eine Anwendung, die direkt auf den am semantischen Web teilnehmenden Websites ausgeführt werden. Die Buchungswebsite der Lufthansa konkurriert mit jener von Air Berlin um auf der passenden “dritten” Website ausgeliefert zu werden. Die “Daten” d.h. Inhalte, Anwendugen etc. können also auf anderen Webseiten monetarisiert werden, erfahren in sich aber einen eigenen Wert, denn sie konkurrieren miteinander. Ein Monetarisierungsmodell für das semantische Web: Data as a currency!

Uns wird es also künftig egal sein auf welcher Domain wir uns bewegen. Denn jeder “Eingang” zum WWW ist ein Point of Interest. Gesurft wird auf der Welle der Information. Ganz gleich ob Ecommerce oder private Website. Jeder kann am semantischen Web und damit der Wertschöpfung teilnehmen.

Dass dies kommen wird steht außer Frage. Die Details werden jedoch durch eure Meinung bestimmt. Bitte helft uns durch die folgende Umfrage.

Sofern du mit “Ja” geantwortet hast, geht es hier weiter…

Sollten euch noch Fragen einfallen, bitte kurz mailen oder Kommentar hinterlassen.

Besten Dank für eure Teilnahme. Die Auswertung wird folgen. Dann auch mehr zu einer Monetarisierung des semantischen Webs: Data as a currency!

Written by Qimaya

4. Januar 2009 at 1:30 nachmittags

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Ontologien aus Amsterdam

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Wir von Qimaya werden ständig auf das Thema Ontologien angesprochen. Klaus kann kaum eine Tüte Brötchen holen, ohne dass die obligatorische Frage kommt: Wie haltet ihr von Qimaya es eigentlich mit Ontologien? Natürlich verstehen wir, dass die Welt der “Ontologen” ohne Ontologien eine Welt voller Magic sein muss. Manche müssen sich vorkommen wie ein ganz “normaler” User, einmal ihres wichtigsten Werkzeuges beraubt. Auf sich gestellt wie unsere Vorfahren ohne Feuerstein. ;)

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Unsere treuen Blog-Leser kennen natürlich die Antwort: “Don’t ontology!” – wie es Roy mit kristallklaren Worten betonierte.

Es wäre allerdings sehr unwissenschaftlich, wenn wir nur selbstreferentiell unsere persönliche Meinung kundtun ohne uns seriös mit den Ansätzen aus der Welt der “Ontologen” zu beschäftigen. Daher sind wir froh, dass wir einen hervorragenden Fachaufsatz von Peter Mika (Universität Amsterdam) im Netz gefunden haben: “Ontologies are us: A unified model of social networks and semantics”

Herr Mika macht eine kritische Bestandsaufnahme der Konzepte von RDF bis OWL. Hauptaugenmerk des Aufsatzes ist der Aspekt sozialer Netzwerke und die Änderung der Semantik in einem Netzwerk, wenn neue Mitglieder hinzukommen.

Zitat: “As the original community evolves through members leaving and entering or their commitments changing, a new consensus may shape up invalidating the knowledge codified in the ontology.”

Qimaya hat schon immer auf den Aspekt der Zeit hingewiesen: Eine Entität (z.B. “Lehman Brothers”) kann von heute auf morgen ein neues Assoziationsfeld erhalten, dem eine statische Ontologie nicht genügen kann. Bei Peter Mika geht es darum, dass einzelne neue Mitglieder den “Konsens” einer Community ändern können. Jeder wird das schon mal in einem Blog oder einem Forum beobachtet haben: Eine einzelne originelle Person bringt einen neuen Aspekt ins Spiel und ein ganzer Thread wechselt auf eine andere Spur.

Im Kern geht in dem Aufsatz schliefllich noch um das Problem “emergent semantics” zu kreeiren. Leider fehlt in dem Aufsatz das Quäntchen Phantasie, dass dies durchaus mit automatischen Verfahren zu lösen ist. Qimaya zum Beispiel kann gar kein Netzwerk OHNE emergent semantics generieren, denn die assoziative Netzwerke sind bei uns nicht Output, sondern Input.

Nun ist dieser Mangel an Phantasie nicht an sich zu kritisieren, schließlich wußte schon Arthur Schopenhauer: “Jedermann sieht die Grenzen seiner eigenen Vision als die Grenzen der Welt an.”

Doch es gibt da noch einen weiteren Drop in dem Aufsatz-Zitat, das wir mal lutschen sollten. Spätestens an der Stelle “knowledge codified in the ontology” fängt Qimaya an zu husten. Hier zeigt sich implizit die Vorstellung, Wissen sei ein Kristall. Nun sind Roy und Klaus im real life schon Menschen begegnet, die ihr Lebenswerk darin sehen, einen Setz- und Zettelkasten ihres Wissens zu generieren.

Neurobiologisch – und philosophisch – wäre es verfehlt, Wissen als einen Kristall zu betrachten. Wir haben kein Barack-Obama-Molekül in unserem Kopf, das sich just kräuselt, wenn in den Tagesthemen über den künftigen US-Präsidenten berichtet wird. Nein, Wissen ähnelt eher einer holografischen Flüssigkeit. Frei nach Heraklit könnte man sagen: “Du denkst nie zwei Mal denselben Gedanken”. Eine Ontologie quasi als Baedeker-Reiseführer für unseren Kopf wäre völlig sinnlos. Und das Assoziationsfeld Clinton-Obama hat mit der Berufung Hillary Clintons zur Außenministerin eine Komplexität erreicht, die weit in den vorsprachlichen Bereich hineinreicht.

Für das Qimaya-Team wird es eine Freude sein, die Änderungen der Semantik und der Assoziationsfelder, die mit dem Machtwechsel in den USA einhergehen, zu beobachten. Natürlich werden wir im Blog darüber berichten.

Written by Qimaya

4. Januar 2009 at 1:18 nachmittags

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